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Interview: Stefan Männlein Teil 2

Im ersten Teil des Interviews habt ihr erfahren wie Stefan zur veganen Ernährung gekommen ist und wie sich das auf seinen weiteren Lebensweg ausgewirkt hat. Nun schauen wir uns die junge Familie mal näher an…

Linda: Stefan, ernährt sich deine Freundin auch vegan?

Stefan: Ja, heute schon. Aber das hat sich erst nach und nach entwickelt. Sie hat noch nie viel Fleisch gegessen, hat es eine Zeit lang auch vegetarisch probiert und dann eine Lactoseintoleranz entwickelt. Von da an hat sie nur noch ab und zu mal Käse gegessen. Von da an haben wir viel zusammen vegan gekocht.

Linda: Wie war das in der ersten Schwangerschaft?

Stefan: In der ersten Schwangerschaft hat sie sich nicht zu 100% vegan ernährt. Zum Beispiel hat sie auch mal Fleisch gegessen, wenn wir bei ihren Eltern zu Besuch waren. Da hatte sich noch nichts großartig verändert.

Linda: Wann kam die Wende?

Stefan: Im Oktober 2014 kam unsere Tochter zur Welt, im Sommer darauf der Film „Hope for all“ in die Kinos. Da wurde ich zur Premiere eingeladen. Ich hatte zwei Freikarten und habe meine Freundin gefragt – ich habe sie nicht gezwungen – sie wollte mit! Und ja, der Film hat sie dann letztendlich dazu gebracht, endgültig vegan zu werden.

Linda: Wie habt ihr dann die zweite Schwangerschaft erlebt?

Stefan: In der zweiten Schwangerschaft hat sich meine Freundin komplett vegan ernährt. Probleme, die in ihrer ersten Schwangerschaft auftraten, wie eine geringere Durchblutung der Nabelschnur, gab es nun nicht mehr. Sie hat kein Eisen supplementiert in dieser Schwangerschaft. Die Werte waren alle top! Bei der Geburt hat sie etwa 500ml Blut verloren und der Eisenwert lag trotzdem bei 10,6 (Grenzwert 10,0). Obwohl sie weder Eisen-Supplemente noch rohes Gemüse zu sich genommen hatte, weil sie letzteres zum Schluss einfach nicht mehr vertragen hat. Vitamin B12 hat sie natürlich supplementiert.

Linda: Wie ernährt ihr denn eure Kinder jetzt und wie sieht das bei ihnen mit Supplementen aus?

Stefan: Sie bekommen Vitamin B12 als Spray. Unsere dreijährige Tochter bekommt zusätzlich noch Vitamin D. Allerdings bloß 1000 Einheiten pro Tag. Bei kleinen Kindern sollte man ganz genau wissen, was man tut. Vitamin D lässt sich nämlich auch, was viele nicht wissen, übersupplementieren und dann kann es sogar toxisch wirken. Also hochgiftig!

Linda: Was würdest du anderen Eltern raten?

Stefan: Das ist ein sehr heikles Thema. Ich glaube, ich selbst wäre zu feige anderen Leuten zu raten, was sie ihrem 2jährigen Kind geben sollen und stattdessen auf einen Experten verweisen. Da sollte man schon sehr genau wissen, was man tut. Da kann der Schuss sehr schnell nach hinten losgehen.

Linda: Vitamin D ist ja auch ein großes Thema mit dem wir sicher einen ganzen Tag füllen könnten, oder? Wie sieht das bei B12 aus?

Stefan: Richtig. Ich werde dahingehend meine Website auch noch ein wenig ausbauen, um noch mehr Informationen zu Vitamin D anzubieten.

Linda: Wie klappt es mit der veganen Ernährung im Alltag eurer Tochter?

Stefan: Unsere Tochter geht zu einer Tagesmutter. Wir geben ihr das Essen mit. Die Tagesmutter akzeptiert es. Als unsere Tochter sich eine zeitlang nur von Kartoffeln und Spinat ernährt hat, meinte die Tagesmutter allerdings, dass sie das eigentlich dem Jugendamt melden müsse. Doch anhand unserer Tochter müsse sie feststellen, dass das, was sie in ihrer Weiterbildung über vegane Ernährung gelernt habe, nicht stimme. So haben wir zufällig erfahren, dass die Erzieher anscheinend anti-veganen Lehrstoff vermittelt bekommen.

Linda: Unglaublich! Nun konnte die Tagesmutter an der Entwicklung eurer Tochter sehen, dass diese Informationen falsch sind!?

Stefan: Unsere Tochter ist anderen Kindern in ihrem Alter weit voraus. Das führe ich allerdings nicht nur auf die vegane Ernährung zurück. Unsere Tochter bekommt einfach nicht diese konventionelle Ernährung mit Süßigkeiten und Fertiggerichten. Wir geben ihr lieber mal einen Quetschi oder einen BlissBall von Veganz. So läuft unsere Tochter an der Schokolade im Supermarkt vorbei oder spielt mit den Gummibärchen vom Opa. Das ist für sie kein Essen!

Linda: Sie hat das also gar nicht anders kennengelernt?

Stefan: Genau. Es ist uns wichtig, nicht mit Verboten zu arbeiten, sondern einfach vorzuleben, den Weg zu zeigen und aufzuklären. Aber mit drei Jahren kannst du ein Kind noch nicht aufklären.

Linda: Wie geht ihr damit auf Familienfeiern wie z.B. Geburtstagen um?

Stefan: Wie soll ich einem dreijährigen Kind erklären, dass es den einen Kuchen essen darf und den anderen nicht?! Wenn meine Tochter gemeinsam mit ihrer Freundin ein Stück Schokoladenkuchen essen möchte, dann lasse ich das auch zu. Ein Stück Kuchen mit Butter und Ei wird mein Kind nicht umbringen. Aber soll ich diesen sozialen Moment zerstören?

Linda: Welche Pläne hast du die für Zukunft?

Stefan: Geplant sind Seminare und Workshops, u.a. im Awesome People Space in Berlin von Robert Gladitz. Außerdem eine Plattform mit Mitgliederbereich für Onlineseminare, Workshops und verschiedene Pakete, die wir den Mitgliedern individuell zur Verfügung stellen wollen.

Linda: Das ist ja eine ganze Menge!

Stefan: Ja, wir wollen den Menschen helfen, einen Mehrwert vermitteln ohne dabei dogmatisch zu sein. Ernährung soll schließlich Spaß machen!

Linda: Das ist ein schönes Schlusswort! Ich bedanke mich für das Interview und wünsche dir weiterhin viel Erfolg!

Es ist schön Gleichgesinnte zu treffen wie hier auf der Veganfach und sich auszutauschen.

Gemeinsam für Mensch, Tier und Umwelt. GO VEGAN!

Liebe Grüße, Eure Linda

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