Die Mixer Misere

Phantastische Mixer und wo sie zu finden sind.

Vorgeschichte

Seit etwas über einem Jahr nun sind wir vegan… Nein stop. Wir sind nicht ‚vegan‘, wir sind aus Fleisch und Blut. Nur was wir essen basiert einzig und allein auf Pflanzen und enthält kein Fleisch oder andere tierische Bestandteile wie etwa Kuhmilch oder sonstige Körperausscheidungen irgendeines Lebewesens.
Trotzdem verwende auch ich mittlerweile den Term ‚ich bin vegan‘ da es allgemein verständlich und gebräuchlich ist. Auch in diesem Beitrag werde ich das tun.

Also noch mal: Seit etwas über einem Jahr nun sind wir vegan. Wir haben also unsere Lebensweise und vor allem unsere Kochgewohnheiten drastisch angepasst. Jeder der sich mit der Materie ein wenig beschäftigt merkt schnell, dass Veganer auf keinen Fall nur Gras und Steine essen sondern genau diejenigen sind die immer wieder aufs neue unglaublich tolle, pflanzenbasierende Lebensmittel entdecken und sich mit deren Zubereitung beschäftigen.
Ganz schnell wird klar, dass auch die Werkzeuge die für die Zubereitung von z.B. Humus, Smoothies oder die sehr beliebte Nicecream notwendig sind dringend ein Upgrade benötigen.
So kommen wir zu dem Thema dem ich mich in diesen Beitrag gerne widmen würde.
Der Mixer. Oder besser, der Hochleistungsmixer.

Mit diesem Gerät steht und fällt die vegane Küche. Humus aus einem Discounter Mixer ist trotz identischer Zutaten nicht zu vergleichen mit dem Humus aus einem guten Hochleistungsmixer.
Das hatten auch wir ziemlich schnell verstanden. Da wir aber noch nicht so lange dem veganen Lifestyle folgten und uns sogar noch in der 30-Tage Challenge befanden entschieden wir uns erstmal ein nicht ganz so teures Modell zu kaufen.
Wir hatten bereits einige Küchengeräte der Firma KitchenAid, die wir auch nach wie vor mit großer Freude nutzen. Es lag nahe sich auch den Mixer dieser für ihre robusten und langlebigen Geräte bekannte US-Firma genauer anzusehen.
Schnell machten wir unser Wunschmodell ausfindig und die Suche bei Ebay Kleinanzeigen begann. Ja genau, Ebay, wir wollten erstmal ein gebrauchtes Gerät. Wir wussten ja noch garnicht ob wir ihn wirklich auf lange Sicht brauchen und waren noch sehr unerfahren in der Zubereitung veganer Köstlichkeiten.

Wir erstanden ein brauchbares Modell des gewünschten Blenders, genauer gesagt den KitchenAid Artisan Blender 5KSB5553EAC.

Spoiler Alert: Während ich den Mixer bei einer jungen kölner Familie zu einem super Kurs abholte sah ich auf der Arbeitsplatte der tollen Altbauwohnung bereits unsere Zukunft stehen. Zu diesem Zeitpunkt übersah ich irritiert den mitleidigen Blick des Verkäufers als ich ihm sagte, dass wir uns seit kurzem vegan ernähren und wir das Gerät für ein paar neue Rezepte bräuchten. Ich hatte doch keine Ahnung!

Nun waren wir also stolze Besitzer eines, wie wir ihn nannten, hochwertigen und belastbaren Mittelleistungsmixer. Lange Rede kurzer Sinn. Nach ein paar Monaten, und der Entdeckung der Nicecream lösten sich seine Motorwindungen spektakulär in Rauch auf. Da auf dem Gerät keine Garantie mehr bestand habe ich den Motorblock mit der Absicht zerlegt vielleicht doch noch irgendetwas retten zu können. Nope, die Rauchschwaden waren final. Wir trugen ihn zu Grabe.
Das soll kein Bashing gegen KitchenAid sein. Die Produkte dieser Firma sind großartig. Wir nutzen z.B. die Küchenmaschine seit Jahren und tun das auch nach wie vor mit großer Freude.
Nur ist der Mixer halt eher auf die Bedürfnisse einer durchschnittlichen US amerikanischen Familie ausgelegt die sich omnivor ernährt und nur gelegentlich fürs gute Gewissen einen Smoothie zubereitet.

Das vegane Worst Case Scenario

Wir, die ja mittlerweile neben den Smoothies auch viele andere leckere Gerichte zaubern konnten, hatten unser wichtigstes Werkzeug verloren. Den in der veganen Ernährung unverzichtbaren Mixer.
Nachdem sich die Weltuntergangsstimmung etwas gelegt hatte fingen wir an nach Lösungen zu suchen.
Naja, eigentlich mussten wir nicht wirklich lange suchen. Linda war es schon seit langem klar das wir nicht irgendeinen Mixer brauchten, sondern DEN Mixer. Vitamix. …ich brach ein weiteres mal zusammen.
Nach dem Studium etlicher Rezensionen und Vergleichtests sowie dem stundenlangen durchforsten von YouTube Tutorials stimmte ich ihr schließlich zu. Kein Weg führte an einem Vitamix vorbei. Alles andere war mehr oder minder Behelf und musste sich immer am God-Father-of-Blender, dem Vitamix, messen lassen.

Wem die Marke Vitamix nichts sagt, es handelt sich dabei um ein US-Unternehmen das schon seit etlichen Jahrzehnten dafür bekannt ist die besten Hochleistungsmixer für den privaten sowie gewerblichen Einsatz herzustellen die man für Geld kaufen kann. Leider für viel Geld.
Kostet ein Mixer wie unser letzter (RIP Little Blendy) auch schon um die 150 Euro können es bei Vitamix schnell mal 599 Euro und mehr sein. Allerdings macht sich jeder einzelne Euro bezahlt.
Die Geräte werden fast so exklusiv vertrieben wie etwa Vorwerk oder Tupper Produkte. Wenn du ein Modell bei Amazon findest wird es immer gefühlt 10-20% teurer sein als beim Hersteller direkt oder dessen Handelspartnern wie etwa Galeria Kaufhof in Köln. Da erstanden wir auch unseren Vitamix Professional Series 300 und bekamen obendrein noch einen recht hohen Rabatt in Form von ein paar netten und hochwertigen Vitamix Zubehör Teilen. Das bekommst du online nicht.
An dieser Stelle sei auch noch Ebay Kleinanzeigen als echt gute Alternative genannt. Gegen die wir uns aber entschieden, da zu diesem Zeitpunkt keine wirklich guten Angebote online waren.

Warum der Vitamix Professional Series 300?

Während unserer Recherche fanden wir unter anderem auch das auf diesen Sommer befristete und wirklich empfehlenswerte Angebot des Vitamix Creations. (z.B. bei gruenesmoothies.de oder grueneperlen.com, da gibt es übrigens diverse Vitamix Geräte und Hochleistungsmixer im Shop und auch eine gute Auswahl an Testberichten und -videos.)
Der Vitamix Creations basiert auf dem Urgestein Vitamix TNC 5200 und wird z.Zt. in einer limitierten Sonderedition zu 399 Euro verkauft. Zum Vergleich: der TNC 5200 kostet regulär 599 Euro.
Die Unterschiede sind wirklich minimal. Der Griff des 2L fassenden BPA-freien Behälters und die Schalter am Motorblock sind nicht gummiert, es gibt nur eine Farbe und das Bedienpanel ist immer grau. Des Weiteren beträgt die Garantie anstatt 7 Jahre ‚nur‘ 5 Jahre. Alles andere ist identisch incl. des 2 PS starken Motors.

Kurz vor dem Drücken des Bestellen Buttons schaute ich mir noch einmal kurz die technischen Daten und Abmessungen des Gerätes an. Der Mixer ist 52 cm hoch …er passt nicht vernünftig unter unsere Hängeschränke in der Küche. Aber wohin mit dem Gerät in unserer eh schon recht kleinen Küche? Erneute Recherche war gefragt.
Klar, das ist absolut ein First World Problem. Keine Frage. Ich möchte an dieser Stelle aber auch betonen, dass wir uns mit diesem Gerät einen wirklichen Traum erfüllen wollten und dafür absichtlich auf ein paar andere Anschaffungen verzichteten und den Sommerurlaub zu Hause verbracht haben.

Seit ca. einem Jahr ist in Deutschland auch die Vitamix G-Series verfügbar. Gehörte der alte TNC 5200 (oder Creations) noch zur C-Series, also Classic Series, ist der Pro 300 ein Mitglied der G-Series, der Next-Generation Series.
Die Geräte haben neben den nun 40% leiseren 2.2 PS starken Motoren auch einen geänderten Formfaktor und passen so mit einer Höhe von 44.2 cm auch bequem in die europäische 0815 Einbauküche. Das geänderte Design bringt aber auch einen weiteren Vorteil mit sich: Da der Behälter nicht mehr schmal und hoch, sondern breiter und niedriger ist, kommt man nun besser an die Nicecream Reste am Boden ran. 🙂 Ausserdem wurde so Platz geschaffen für eine noch größere CNC gefrästes Edelstahl Klinge die um einiges effektiver arbeitet.
Ein Nachteil gegenüber den alten Modellen ist, dass die kleinste zu verarbeitende Menge größer geworden ist. Es macht also Sinn über kurz oder lang für kleinere Mixaufgaben wie etwa Humus noch einen zusätzlichen 0.9L Behälter anzuschaffen was bei einem alten Modell nicht unbedingt nötig ist.
Vitamix bietet einen 0.9L Dry Behälter mit spezieller Klinge für das verarbeiten von z.B. Körnern zu Mehl sowie einen 0.9L Wet Behälter der alles kann als Zubehör an. Auch einen 1.4L Behälter kann man bekommen. Somit sollten alle Bedürfnisse abgedeckt sein. Mit dem nächst größeren Modellen (Professional Series 750) incl. Metall Gehäuse und vorprogrammierten Mixprogrammen haben wir uns weniger beschäftigt, da für unsere Zwecke die Vorteile nicht im Verhältnis zum Aufpreis lagen.
Wie auch immer, wir hatten unser kleines Monster gefunden. Der Pro 300 zog inklusive 0.9L Wet Behälter bei uns ein.

Die ersten Eindrücke mit dem neuen Küchenmonster

Veganer essen nur Gras und Steine? Fast könnte man meinen die Ingenieure von Vitamix würden das ehrlich glauben denn sie entwarfen das Gerät anscheinend genau für diesen Zweck.
Der macht alles klein was du absichtlich oder auch aus versehen in den Behälter wirfst. Wenn es nicht sofort richtig liquified wird hilfst du einfach mit dem Tamper genannten Stampfer nach. Möchtest du z.B. Humus zubereiten brauchst du nicht länger das teure Sesammus sondern schmeißt einfach eine Hand voll Sesam mit in den Behälter. Das Ergebnis hat Signor Verde Niveau und hat uns überwältigt.
Alles an dem Gerät ist durchdacht und hochwertig verarbeitet. Und sollte doch einmal etwas kaputt gehen kannst du dich beruhigt zurücklehnen. Die 7 jährige Garantie deckt nahezu alles ab (Sogar den Tamper) und der Service ist super.

Es ist aber nicht alles Gold was glänzt. Das Gerät hat auch seine Schwächen. Während des ersten Mixens am Abend des Kaufs überhitzte er bereits das erste mal. Zugegeben, wir haben es nicht anders gewollt. Ein bis zum Rand voller 2L Mixbehälter mit gefrorenen Bananen und Mango war wohl etwas zu viel. Glücklicher Weise ging der Motor erst nach Fertigstellung dieser enormen Menge ultra leckerer Nicecream in seinen wohlverdienten Schutzmodus und schaltete für 30 Minuten ab um abzukühlen.

Sollte euch so etwas mal passieren und ihr bemerkt dabei einen Brandgeruch aus dem Gehäuse, keine Panik! Das ist gerade wenn er neu ist völlig normal. Die Kupferdrähte in den Windungen der Spule härten noch etwas aus. Mit der Zeit wird es etwas weniger werden. Trotzdem macht es Sinn einfach etwas weniger Nicecream auf einmal zu machen. Es geht ja ohnehin super schnell und macht auch noch Spaß dabei.

Fazit

Jede einzelne Zubereitung mit diesem Monster macht einfach Spaß und die Ergebnisse sind jedesmal überragend. Wir wissen erst jetzt was ein Smoothie überhaupt ist!
Ja es ist ein teurer Spaß. Jeder muss selbst für sich entscheiden wo er seine Prioritäten setzt. Unsere liegen im Moment ganz klar auf einer vollwertigen, veganen Ernährung und der Vitamix bietet uns endlich die Möglichkeiten nach denen wir uns schon lange gesehnt haben.

In Zukunft wird Linda auf diesem Blog sicherlich noch einige leckere Rezepte posten. Sie hat den Kopf voller Ideen was sie noch alles mit dem Vitamix anstellen will und kann es kaum abwarten sie auszuprobieren und mit euch zu teilen.
Solltet ihr Fragen zu den Vitamix Produkten haben könnt ihr gerne auf mich zukommen, vielleicht kann ich helfen.
Mit Sicherheit habe ich nicht jedes kleinste Detail erwähnt. Wie etwa die geniale Wasserablaufbohrung am Fuß des 2L Behälters die dafür sorgt, dass sich kein Wasser im Lager sammelt während der Behälter auf dem Kopf zum abtrocknen steht. Aber wir sind ja selbst noch am Entdecken.

Liebe Grüße,
Der Fabian

PS: Ich möchte noch gerne kurz erwähnen, dass dieser Beitrag in keinster Weise von Vitamix oder einem anderen Unternehmen gesponsert oder sonst wie unterstützt wurde. Wir möchten nur mit euch unsere eigenen positiven und auch negativen Erfahrungen teilen. Vielleicht können wir euch ja so bei eurer Entscheidung helfen?

Veröffentlicht in Blog

5 Gedanken zu “Die Mixer Misere

    1. Ja, das sind natürlich auch super Geräte! Und der Firmensitz ist in Köln, was dem Gedanken lokal einzukaufen folgt. Aber irgendwie sind wir nicht warm geworden mit Bianco, das Design entsprach nicht unseren Vorstellungen und das Bauchgefühl brüllte immer wieder ‚Vitamix‘. 🙂

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