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Saftfasten.

Wenn du dich über eine gesunde vegane Lebensweise informierst, stößt du immer wieder auf das Thema Saftfasten.

So scheint es zu dieser Ernährungsform einfach dazuzugehören frisch gepresste Säfte in den Alltag zu integrieren und hin und wieder eine Saftfastenkur einzulegen.
Viele Youtuber wie z.B. „Vegan mit Roheenergie“, „Eat Tell Love“ oder „Iss Happy“ motivierten mich dazu es endlich auch einmal selbst auszuprobieren.
Warum schreibe ich „endlich“? Na ja, im Prinzip ist es so, dass man eine solche Entgiftungskur idealerweise dann durchführen sollte, wenn man seine Ernährung umstellen möchte. Jedenfalls wäre das der ideale Zeitpunkt. Denn ist erstmal der Müll draußen, die Schlacken entfernt und der Darm sauber, können die vielen wertvollen Nährstoffe, die wir bei einer vollwertigen pflanzenbasierten Ernährung aufnehmen, vollständig von unserem Körper absorbiert werden. Diesen Schritt hatte ich versäumt und nun endlich nachgeholt. Nicht zu bestreiten ist, dass eine Fastenkur immer Sinn macht und egal wann man sich dafür entscheidet, immer positive Effekte erzielt. Bist du also krank, leidest unter Allergien oder unreiner Haut, kannst du dich durch eine Saftfastenkur selbst heilen.

Wie funktioniert das?
In der Regel benötigt unser Körper 70-80% seines Energiebedarfs für die Verdauung.
Während einer Fastenkur kommt unser Verdauungsmechanismus aber nahezu zum Erliegen. Ihm wird eine Pause gegönnt und die überschüssige Energie unserem Körper frei zur Verfügung gestellt. Diese kann er dann für Selbstheilungsprozesse nutzen. Diese werden allerdings ab dem 7. Fastentag erst so richtig in Gang gesetzt. So weit werdet ihr bei eurer allerersten Fastenkur wahrscheinlich nicht kommen. Aber auch eine kurze Kur erzielt schon deutliche Effekte. So legen viele einfach einen Fastentag pro Woche ein. Andere fasten 3, 7 oder 10 Tage. Die Geübten schaffen 30 oder sogar 100 Tage.
Aber wie kann der Körper so lange ohne feste Nahrung überleben?
Da der Saft aus frischem Obst und Gemüse hergestellt wird, enthält er alle Nährstoffe, die wir zum Leben brauchen. Also die Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Proteine, Fette) und die Mikronährstoffe (Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente). So ist der Körper während des Fastens mit allem bestens versorgt, ohne dass die Verdauung besonders dafür arbeiten muss. Die Nährstoffe werden nämlich direkt ins Blut aufgenommen.
Im Vergleich zur normalen Ernährung liefern uns die Säfte einen wahrhaften Energiekick!
Die Menge an Obst und Gemüse, die wir in unseren Säften verarbeiten, könnten wir unmöglich in der gleichen Zeit essen. So verwöhnen wir unseren Körper regelrecht und wir werden mit Gesundheit, Vitalität und Schönheit belohnt!
Das hört sich übertrieben an? Dann probiert es unbedingt einmal selbst aus!

Wie habe ich meine erste Saftfastenkur aufgebaut?
Zunächst noch eine wichtige Info zu den Säften. Das Ganze funktioniert nur, wenn ihr frische Säfte verwendet. Damit sind nicht die handelsüblichen Säfte aus dem Tetrapack gemeint. Denn diese sind pasteurisiert. Das bedeutet, sie sind durch hohes Erhitzen haltbar gemacht worden und haben bei diesem Prozess an lebenswichtigen Nährstoffen eingebüßt. Mit diesen Säften funktioniert das Saftfasten nicht! Wir haben uns schon vor längerem einen Entsafter angeschafft, da wir in den Genuss von frischen Obst- und Gemüsesäften kommen und diese in unsere tägliche Ernährung integrieren wollten. Unser Modell ist ein Zentrifugenentsafter von Philips und ein gutes Einsteigermodell. Habt ihr etwas mehr Zeit und Geld zur Verfügung, empfehle ich euch aber unbedingt einen Slowjuicer, der durch sein sensibles Verfahren die Nährstoffe noch vollständiger erhält. Für alle frischen Säfte gilt, dass sie möglichst direkt getrunken werden sollten, da mit der Zeit die Nährstoffe zerfallen. Natürlich sind sie auch noch bekömmlich, wenn ihr sie 1-2 Tage im Kühlschrank aufbewahrt. Aber frisch schmecken sie einfach besonders lecker!

Saftfasten Tag 1:
Am ersten Tag habe ich ausschließlich Smoothies getrunken. So konnte meine Verdauung schon mal einen Gang zurückschalten. Im Vergleich zu den Säften enthalten Smoothies noch Ballaststoffe, sodass der Darm trotz der flüssigen Nahrung noch etwas arbeiten muss. So hatte ich auch keinen Hunger und der Tag verging recht schnell…

Saftfasten Tag 2:
Am zweiten Tag habe ich dann nur noch Säfte getrunken.
Immer eine Mischung aus Obst und Gemüse – ganz nach Geschmack. Eurer Kreativität sind da keine Grenzen gesetzt!
Ich hatte mir einen Vorrat aus Gurken, Karotten, Spinat, Sellerie, Äpfeln, Birnen und Orangen angelegt. In den folgenden Tage habe ich dann auch mit Rote Beete, Rettich, Ingwer und Chili experimentiert. Man braucht schon eine echt große Menge an Obst und Gemüse, um daraus ausreichend Saft herzustellen. So habe ich während der Fastentage nach Lust und Laune noch Frisches dazu gekauft.
Insgesamt habe ich mich deutlich schwächer gefühlt und auch ab und zu Hunger verspürt. Aber sobald ich dann von dem Saft getrunken habe, ist das Hungergefühl wieder verschwunden und ich war wieder fit!

Saftfasten Tag 3:
Am dritten Tag habe ich mit heftigen Entgiftungserscheinungen gerechnet. Ich hatte die Kur bewusst auf meine freien Tage und die Osterferien gelegt, damit ich die Möglichkeit hatte mich auszuruhen, wenn es nötig wäre. So kann man den Tag einfach etwas entspannter beginnen und freier gestalten. Außerdem braucht man gerade am Anfang sicher etwas mehr Zeit für die Zubereitung der Säfte. Es wird übrigens empfohlen pro Mahlzeit ca. 1-1,5 Liter Saft zu sich zu nehmen.
Zu meiner Überraschung traten dann am dritten Tag weder Kopf- oder Gliederschmerzen noch irgendwelche anderen Entgiftungserscheinungen auf. Einmal ist das sicher auf meinen recht gesunden Lebensstil zurückzuführen und darauf, dass ich mit ganz wenigen Ausnahmen auf Kaffee verzichte. Denn Ursache der Kopfschmerzen ist in der Regel der Koffeinentzug. Während des Fastens wird ausschließlich Wasser und Kräutertee getrunken. Auf der anderen Seite ist es durchaus möglich, dass bei mir noch Symptome aufgetreten wären, wenn ich noch länger gefastet hätte. Von der Theorie her trägt ja jeder Schadstoffe in sich. Pestizide aus der Nahrung, Umweltgifte aus der Luft oder Medikamentenrückstände. Außerdem habe ich mich 31 Jahre lang auch von Fleisch und tierischen Produkten ernährt, deren Rückstände sicher auch noch in meinem Körper vorhanden sind. Ziel ist es auf jeden Fall den Körper von diesen Giften zu befreien und da hilft jeder einzelne Fastentag!

Saftfasten Tag 4:
Nach der Anleitung von Norman Walker habe ich dann am vierten Tag abgeführt, um die Schadstoffe aus meinem Körper auszuleiten.
Das ist ganz besonders wichtig! Wenn nicht sogar mit das Wichtigste während einer Fastenkur. Denn hat der Körper einmal die Chance sich zu entgiften, tut er das in der Regel auch in großem Stil. So nutzen z.B. Leber, Gallenblase und Lymphe die Gelegenheit ihren Abfall zu entsorgen und packen diesen in den Darm. Da dieser aber, wie schon erwähnt, während des Fastens ruht, kann er die Giftstoffe nicht ausleiten. So besteht die Gefahr, dass diese wieder vom Blut aufgenommen werden und es kann zu einer Rückvergiftung kommen! Da das wenig Sinn macht, sollte diese unbedingt vermieden werden!
Natürliche Abführmittel wie z.B. Bitter- oder Glaubersalz zeigen bei mir wenig Wirkung. Außerdem sind sie nicht besonders verträglich für unseren Körper. Daher habe ich mich für Einläufe entschieden. Eigentlich ein ziemliches Tabu-Thema. Aber um euch hier ehrliche Tipps zu geben, möchte ich auch das nicht verschweigen. 😉
Ich habe das zum ersten Mal gemacht und mir dafür ein passendes Set im Internet bestellt. Wieder einmal durch die vielen netten Youtuber motiviert, die auch zu diesem Thema ihr Wissen und ihre Erfahrungen teilen, bin ich ganz entspannt an die Sache heran gegangen und was soll ich euch sagen?! Es hat mir so gut getan! Ich habe mich danach richtig sauber gefühlt, wenn auch etwas erschöpft. Anschließend bin ich ins Bett gegangen und habe ungelogen so gut wie noch nie in meinem Leben geschlafen!! Tief und entspannt.
Da ich das Set nicht früher zur Verfügung hatte, habe ich erst am 4. Tag ausgeleitet. Man kann oder sollte dies aber schon ab dem 1. oder 2. Tag tun und dann ruhig alle 1-2 Tage.

Saftfasten Tag 5:
Am darauffolgenden Tag habe ich mich extrem gut gefühlt! Ich war positiv gestimmt, voll Energie und innerlich ausgeglichen. So als hätte ich gerade zwei Wochen Urlaub genossen. Einfach toll!
Doch dieser Tag sollte der letzte meiner Kur sein. Wie geplant, habe ich dann das Fasten gebrochen. Der 5. Tag war also mein erster Aufbautag. Ich war wieder arbeiten und habe mich bis abends von Smoothies ernährt. Am Abend habe ich dann eine frische Gemüsesuppe gekocht und das erste Mal seit fünf Tagen wieder feste Nahrung zu mir genommen. Um Bauchschmerzen zu vermeiden, ist es äußerst wichtig, dass ihr ganz langsam wieder mit dem Essen beginnt. Erstmal leichte Kost und dann Stück für Stück aufbauen. Ich habe mich da einfach ganz auf meinen Instinkt verlassen.

Saftfasten Fazit:
Abschließend muss ich sagen, dass sich mein Hunger während des Fastens echt in Grenzen gehalten hat.
Viel mehr habe ich die ganze Zeit über ein besonderes Gefühl der Leichtigkeit genossen!
Schlimmer war da der Kopf, der immer wieder dafür gesorgt hat, dass Gelüste aufkamen. Nicht ganz so einfach, wenn man das Essen für seine Familie kochen muss oder auf Instagram die vielen appetitanregenden Bilder der verschieden Foodblogger sieht. Das hat es mir nicht gerade einfacher gemacht und auch schon mal für schlechte Laune gesorgt!
Insgesamt ist man während der Kur schon sehr mit sich selbst beschäftigt. Das sollte man einplanen. Gerade, wenn man wie ich auch Ehefrau und Mutter ist.
Besonders gut taten mir Spaziergänge an der frischen Luft. Ich bin einfach jeden Tag mit meinem Sohn und meinem Hund in den Wald gegangen. Allerdings habe ich mich deutlich schwächer gefühlt als normal und so sind wir langsamer und nicht ganz so weit gelaufen. Trotzdem war mein Kreislauf die ganze Zeit über erstaunlich stabil!
Etwas Gewicht habe ich zwar abgenommen, aber das ist nach fünf Tagen noch überschaubar. Da eine Gewichtsabnahme nicht mein Ziel war, kann ich euch dazu keine bewährten Ratschläge geben. Ich denke, dass man dazu einfach wesentlich länger fasten muss, damit der Körper Gelegenheit hat ausreichend Fettzellen abzubauen. In den ersten Tagen werden überwiegend Wassereinlagerungen aufgelöst, die für eine leichte Gewichtsabnahme sorgen.
Über Ostern habe ich jetzt wieder ganz normal gegessen. Das war auch lecker! Aber ich habe mir schon genauer überlegt, was ich esse und jedes Mal ganz bewusst und lange gekaut. Da hat sich bei mir auf jeden Fall etwas in meiner Wahrnehmung geändert!
Rückblickend war die Saftfastenkur eine sehr positive Erfahrung und für mich steht fest, dass ich es bald wieder tun werde!

Liebe Grüße, Eure Linda

3 thoughts on “Saftfasten.

  1. Liebe Linda, ein sehr interessanter Beitrag 🙂 ich bin tatsächlich auch schon oft auf das Thema gestoßen – ausprobiert habe ich es noch nie.
    Leider habe ich selbst gar keinen Entsafter, bei meinen Eltern mache ich manchmal Säfte selbst, allerdings geht das auch ganz schön ins Geld oder? Wenn ich das Obst so esse, als Obstsalat zum Beispiel macht mich das einige Stunden satt, trinke ich den Saft habe ich nach zwei Stunden ungefähr wieder Hunger…
    Nichts desto trotz ist das ein super interessantes Thema für Körper und Geist 🙂

    Einen schönen Abend wünsche ich Dir.
    Liebe Grüße Anna

    1. Liebe Anna, vielen Dank!
      Ja, das Hungergefühl kann anfangs ganz schön überwältigend sein. Aber ist der Verdauungstrakt erstmal vollständig entleert, verschwindet auch das. Im Vergleich zum Obstsalat enthält der Saft keine Ballaststoffe mehr, die ein Sättigungsgefühl hervorrufen könnten.

      Die Kostenfrage ist nicht so einfach zu beantworten. Es kommt darauf an wie man sich unter normalen Umständen ernährt. Die Säfte werden sicherlich günstiger, wenn man saisonale und regionale Obst- und Gemüsesorten verwendet. Ich habe z.B. kürzlich für 2kg Möhren bloß 0,95€ bezahlt und da ich Karottensaft liebe, gab es dann eine ganze Menge davon. 😉

      Ganz liebe Grüße, Linda

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