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Vegan in Berlin.

Ein Erfahrungsbericht.

Der Hauptgrund nach Berlin zu reisen war der Wunsch unseres Sohnes die Dinosaurier im Naturkundemuseum zu besuchen. Schnell waren auch Fabian und ich von der Idee begeistert, denn schließlich wird in der veganen Szene viel über Berlin gesprochen und das nicht nur, wenn der Name Attila Hildmann fällt.
5 Tage Berlin.
Im Vorfeld hatte ich mir eine Liste gemacht. Ich bin eben ein Listen-Fan. Die Website www.berlin-vegan.de hat uns dabei geholfen schnell einen Überblick über das vegane Angebot Berlins zu bekommen. Besonders im Fokus standen für uns rein vegane Restaurants, Cafés, Imbisse etc… Diese kann man auf der Website über einen Filter genauer auswählen und sich auf der Übersichtskarte anzeigen lassen. Außerdem gibt es zu jedem Angebot eine kurze Beschreibung und Rezensionen. Das Ganze gibt es dann noch zusätzlich als App für euer Smartphone.
Auf diese Weise haben wir bereits noch von zu Hause aus einen Tisch für einen veganen Brunch im ATAYACAFFE reserviert.


Dort konnten wir uns nach der Anreise stärken und uns etwas Zeit nehmen, um in der Hauptstadt anzukommen. Von der Inhaberin persönlich und besonders freundlich empfangen, machten wir es uns auf den Sofas bequem und ließen uns die hausgemachten italienischen und afrikanischen Speisen schmecken. Ein Highlight war absolut der lauwarme Schoko-Bananen-Kuchen mit flüssigem Kern. Einfach göttlich! So haben wir bereits unsere ersten Stunden in Berlin richtig genießen können… Aber nicht nur das Essen, sondern auch die Atmosphäre und die netten Leute um uns herum. Obwohl in der Fremde, hat man sich ein Stück weit wie zu Hause gefühlt, unter Menschen, die ähnlich denken oder ticken wie wir. „Mittlerweile“ muss man dazu sagen. Denn ich kann mich nicht erinnern, dass früher die Nahrungsaufnahme an sich einen so großen Stellenwert für uns hatte und uns gleichzeitig sooo glücklich gemacht hat. Es ist einfach immer wieder ein unglaublich tolles Gefühl seine eigene Gesundheit zu fördern und gleichzeitig die anderen Lebewesen dieser Erde sowie unsere Umwelt zu respektieren und zu schützen und damit die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen.
Es ist natürlich ein Unterschied, ob man allein, mit Partner oder mit der ganzen Familie unterwegs ist. In der Regel streiken kleinere Kinder doch eher, wenn es um kulinarischere Kost oder etwas exotischeres Essen geht. Bei unserem Sohn ist es jedenfalls so, dass es zu Hause bei Mama immer noch am besten schmeckt. 🙂 Also geht es auch darum immer etwas Geeignetes zu finden, damit unsere Jüngsten auch auf ihre Kosten kommen. Natürlich haben wir versucht die Lokalitäten so auszuwählen, dass sie möglichst kinderfreundlich sind und auch etwas Leckeres für unseren Nachwuchs auf der Karte steht.
Dem Internet sei Dank gestaltet sich die Suche sehr einfach. Egal ob vom Hotel aus oder von unterwegs. Dazu kann ich euch die App „Vanilla Bean“ empfehlen. Sie ist kostenlos und präsentiert euch übersichtlich, mit schönen Fotos und den notwendigen Infos passende Restaurants in eurer Umgebung. Sehr praktisch! Auf diese Weise hatten wir die Möglichkeit auch versteckte Orte zu entdecken, die wir ansonsten wohl nur mit Insiderwissen gefunden hätten. So hatten wir das Glück zum Beispiel das „Daluma“ oder die „The Jivamukti Canteen“ kennenzulernen.
Diese beiden laden ebenfalls zum Verweilen ein und gehören zusammen mit dem Ataya Caffe zu meinen persönlichen drei Favoriten, die wir in Berlin kennenlernen durften.

Um uns für den Besuch im Naturkundemuseum zu stärken, kehrten wir für ein spätes Frühstück im Daluma ein.


Dort empfing uns ein nettes junges Team und ein Speiseangebot ganz nach unserem Geschmack. 100% Bio. 100% pflanzlich. Bereits das Kühlregal im Eingangsbereich mit den vielen verschiedenen frischen Säften, in Glasflaschen abgefüllt, hat sehr beeindruckend gewirkt. Wir entschieden uns für eine Acai Bowl und einen schokoladigen Smoothie für unterwegs, natürlich in einer kompostierbaren Verpackung! Auch hier haben wir uns auf Anhieb wohl gefühlt, denn Menschen, Aufmachung und Angebot haben voll und ganz unseren Geschmack getroffen. Der Mixer und der riesige Bananenvorrat in der offenen Küche haben uns dabei wieder an unser zu Hause erinnert. 🙂

Das Naturkundemuseum hat bei uns allen einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Der Besuch war überwältigend und hat die Art und Weise das Leben und unseren Planeten Erde zu betrachten ein Stück weit verändert. Nicht nur die Dinosaurier waren diesen Besuch wert. Unerwartet blieb uns die derzeitige Sonderausstellung „Ara“ besonders in Erinnerung:
„In einer Ecke des Ausstellungsraumes, hängt ein halbes Schwein von der Decke herab, das so gar nicht zu den hübsch anzusehenden Aras zu passen scheint. Ein Projektor wirft nackte Fakten auf die Haut des Tieres und ich bekomme Gänsehaut. Hier geht es um unser Thema!“ In dieser kleinen Ecke (aber immerhin) wird versucht mit ein paar kurzen knackigen Fakten deutlich zu machen, was der deutsche Fleischkonsum mit dem weltweiten Sojaanbau und der Abholzung der Regenwälder und damit der Zerstörung des Lebensraums der Aras zu tun hat. Wie hängt das Nackensteak auf dem Grill mit den Überlebenschancen der Aras zusammen? Hier wird auch der omnivore Museumsbesucher zum Nachdenken angeregt. Ein Schritt in die richtige Richtung!

Nun möchte ich euch von meinem persönlichen Highlight berichten. The Jivamukti Canteen. Diese ist keine normale „Kantine“. Denn direkt daran angeschlossen ist, laut eigener Aussage, „der offizielle Ableger von New York’s wohl bekanntestem und größten Yogastudio“. Mitten in Berlin in einem ruhigen Hinterhof gelegen, könnt ihr hier sogar im integrierten Shop Java Yogamatten und weitere Produkte, direkt aus den USA importiert, erwerben. Lasst euch von hausgemachten Suppen, Bananenbrot, Smoothies, Säften und Shots verwöhnen. Alles hier ist natürlich bio und vegan. Die Getränke und Speisen werden vor Ort frisch zubereitet. Es gibt sogar kompostierbare Holzlöffel für den Snack unterwegs und kostenloses Wasser aus der hauseigenen Filteranlage, das ihr einfach an einem großen Wasserhahn in der Ecke abzapfen könnt. Es fällt mir schwer mich kurz zu fassen. Alles in allem wäre dieser Ort auf jeden Fall einen eigenen Blogartikel wert. Weitere Infos, Bilder und die Speisekarte findet ihr natürlich auf der Website (s.o.). Hier wird Yoga im ursprünglichen Sinne und mit allem was dazu gehört gelehrt. Wenn ich in Berlin wohnen würde, wäre ich sicher regelmäßig dort. Das Café ist jedenfalls, verbunden mit dem Yoga Zentrum, ein perfekter Ort, um Körper, Geist & Seele zusammen zu bringen und sich selbst etwas Gutes zu tun.

Berlin. Veganes Essen an jeder Ecke. Ob nun in der einfachen Form eines Laugenbrezels, einer veganen Linsensuppe im Café des Naturkundemuseums oder einer Filiale von Bio Company, BackWerk, Starbucks, Vapiano oder Dean & David – auf Gras und Steine muss hier keiner zurückgreifen. 😉
Dean&David durften wir neu für uns entdecken und waren von dem reichhaltigen frischen pflanzlichen Angebot begeistert. Fast Food geht also auch gesund! So kann man sich auch einfach mal einen frischen Saft wie den „Spring Break“ 2 go mitnehmen.

Durch die guten Erfahrungen, die wir am Dönerstag bei Signor Verde in Köln machen durften, haben wir uns auf den Weg zum Imbiss Vöner gemacht und wurden dort nicht enttäuscht. Ein kompletter Vönerteller mit leckeren selbst gemachten Saucen, knusprigen Pommes und Salat verwöhnte unseren Gaumen und war ein gelungener Abschluss am Ende des Tages.

Natürlich durfte auch ein Besuch im Veganz Supermarkt nicht fehlen. Im Stadtteil Friedrichshain gelegen, kann der Markt mit gleich zwei wertvollen Nachbarn punkten. Zum einen ist eine Filiale von The Bowl im Haus, die zusätzlich die Kunden im EG mit frischen, teilweise roh veganen Torten und frischem Kuchen & Gebäck versorgt. Zum anderen befindet sich im OG desselben Hauses eine Filiale von avesu, die vegane Schuhe, Handtaschen und weitere alternative „Lederwaren“ verkaufen. Alles in allem also eine runde Sache und auf jeden Fall einen Besuch wert!

Jede Menge Medienrummel rund um den Veganator, ausgerechnet in dieser Woche, haben uns zunächst davon abgeschreckt die Snackbar von Attila Hildmann in der Schillerstraße zu besuchen. Diese stand auf meiner Liste. Nun sind wir zwar keine eingefleischten Fans (was ein Wortspiel!) doch zu Recherchezwecken wollte ich Attilas Imbiss doch gerne einmal besucht haben. Allein um mir meine eigene Meinung zu bilden. Und was soll ich sagen, das Personal war super nett, hat uns kompetent beraten und uns ein wirklich leckeres Essen gezaubert! Was will man mehr?

Ein „Daisho“ später waren wir dann auch schon wieder daheim…

Viele liebe Grüße aus dem Bergischen Land,
Eure Linda

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