Verdauung anregen mit Bitterstoffen

Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit

Die positive Wirkung von Bitterstoffen auf unsere Verdauung
Bitterstoffe können unsere Verdauung positiv beeinflussen. Sie sind gut für den Darm und helfen, den Heißhunger auf Süßes zu stoppen. Mit Unterstützung von Bitterstoffen können wir unsere Verdauung anregen, Darmflora und Immunsystem stärken sowie die Entgiftung des Körpers fördern. Was Du bei Verdauungsproblemen tun kannst und welcher Verdauungstee am besten wirkt, erfährst Du in diesem Blogbeitrag.

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Was sind Bitterstoffe und welche Wirkung haben sie?

Neben Kohlenhydraten, Protein und Fett sowie Mineralstoffen, Vitaminen und Ballaststoffen sind die sekundären Pflanzenstoffe ein wertvoller Bestandteil unserer Nahrungsmittel. Innerhalb dieser Gruppe bilden die Bitterstoffe eine eigene Wirkstoffklasse.

Um gesund zu bleiben, brauchen wir alle Geschmacksrichtungen in unserer Nahrung. Diese sind süß, sauer, salzig, bitter und umami (herzhaft-würzig) und lassen sich auf der Zunge unterscheiden.

Die positive Wirkung von Bitterstoffen auf unseren Körper ist sehr vielseitig. Bitterstoffe vermindern Essgelüste (ganz speziell die Lust auf Süßes), helfen beim Abbau von Übergewicht und optimieren die Verdauung, sodass die Nährstoffe von unserem Körper besser verwertet werden können.

Beifuß Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Beifuß

Das Wissen über Bitterstoffe ist nicht neu!

Bitterstoffe begleiten die Menschen seit Jahrtausenden als universell gültige Heilmittel.

Auf der ganzen Welt werden sie seit jeher von Medizinmännern, Mönchsgelehrten Schamanen oder Kräuterfrauen zur Heilung der Menschen verwendet.

Niemand weiß genau, welches Volk zuerst damit begann, Bitterstoffe zur Heilung einzusetzen. Doch in allen großen ganzheitlichen Medizinkulturen spielen die Bitterstoffe eine tragende Rolle:

  • in der Traditionellen Europäische Medizin (TEM)
    mit Hippokrates, Hildegard von Bingen, Paracelsus und Sebastian Kneipp
  • in der Indischen Heilkunde des Ayurveda
  • in der Tibetischen Medizin
  • in der Traditionellen Chinesische Medizin (TCM) und
  • in der Indianischen Heilkunde.
Rosmarin Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Rosmarin

Enthalten unsere Lebensmittel Bitterstoffe?

Heute sind die Bitterstoffe beinahe aus unserer Nahrung verschwunden. Chicorée, Endivien, Radicchio oder Rucola, die einst zu den klassischen Bittersalaten zählten, haben heute ihren bitteren Geschmack weitestgehend verloren.

Bevor die moderne Landwirtschaft ihren Einfluss nahm, enthielten Gemüse, Getreide und andere Feldfrüchte jede Menge natürlicher Bitterstoffe. So wurde die Verdauung der Menschen ganz von selbst reguliert.

Doch da den meisten von uns süß nun mal besser schmeckt als bitter, wurden die Bitterstoffe nach und nach aus den Pflanzen herausgezüchtet.

So wirken süß & bitter auf unseren Körper:

Das finde ich sehr bedauerlich. Denn im Vergleich zum süßen Geschmack, der sich schnell negativ auf unseren Körper auswirken kann, haben Bitterstoffe ausschließlich eine positive Wirkung auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden.

Süßes, vor allem im Übermaß genossen, schwächt das Verdauungssystem, fördert Candida (Darmpilz) und erschwert die Fettverdauung. 

Der bittere Geschmack dagegen stärkt den Verdauungsapparat, stärkt alle Schleimhäute, stimuliert das Immunsystem, harmonisiert die Säure-Basen-Balance und verbessert Störungen von Leber, Galle und Bauchspeicheldrüse.

Hoffnung durch Bitterstoffe

Doch es gibt Hoffnung! Dank der immer größer werdenden Zahl der gesundheitsbewussten Menschen, kommen die Bitterstoffe wieder in Mode. In den Naturkostläden, auf Wochenmärkten und in einigen Supermärkten können wir bereits wieder alte, bittere Gemüsesorten entdecken. Hier finden Topinambur, Knollenziest, Schwarzwurzel, Portulak oder Postelein neuen Anklang bei der modernen Bevölkerung.

Schafgarbe Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Schafgarbe

Wie können Bitterstoffe die Verdauung anregen?

Vielen ist bekannt, dass Bitterkräuter bewährte Helfer bei Verdauungsproblemen sind. Schon unsere Großeltern haben auf die Wirkung von bitteren Verdauungsschnäpsen nach einem üppigen Festmahl geschworen.

Der Wirkprozess der Bitterstoffe beginnt bereits im Mund. Dort regen sie zunächst den Speichelfluss an und geben somit ein Signal an alle folgenden Verdauungsstationen. Diese beginnen daraufhin, ihre Sekrete zu produzieren. Der Magen den Magensaft, die Galle die Gallenflüssigkeit und die Bauchspeicheldrüse den Bauchspeichel mit allen erforderlichen Enzymen. 

Bitterstoffe vor oder nach dem Essen einnehmen?

Wenn wir uns diese Kettenreaktion anschauen, die durch die Bitterstoffe in unserem Verdauungssystem ausgelöst wird, ist die Antwort klar. Bitterstoffe sollten am besten vor der Mahlzeit eingenommen werden. Im optimalen Fall 5-10 Minuten vor dem Essen.

Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Darmgesundheit und Bitterstoffe

Sind Bitterstoffe gut für den Darm?

Diese Frage darf ich mit einem klaren „Ja“ beantworten. Bitterstoffe können unsere Verdauung anregen und haben einen positiven Einfluss auf unser Mikrobiom im Darm. Sie können die Bakterienvielfalt positiv beeinflussen und die Darmschleimhaut stärken, was wiederum einen wertvollen Impact auf unser Immunsystem hat. 

Es ist wissenschaftlich belegt, dass unser Körper zur Verdauung und Entgiftung Bitterstoffe benötigt. Heute vor allem, um mit all den chemischen Zusätzen in unserer modernen Nahrung zurechtzukommen, die unser Verdauungssystem erheblich belasten können.

Keine Darmsanierung ohne Bitterstoffe

Ist unsere Darmflora aus der Balance geraten, ist eine gründliche Darmsanierung angesagt, um unser Wohlbefinden wiederherzustellen und uns vor Krankheiten zu schützen.

Neben einer Ernährungsumstellung auf ausgewogene, nährstoff- und ballaststoffreiche Kost und der Einnahme von guten Bakterien (Probiotika), sind Bitterstoffe eine wertvolle Unterstützung bei der bakteriellen Neubesiedlung des Darms.

Bittertees oder -tinkturen helfen bei der Reinigung der Verdauungsorgane und der Schleimhautauskleidung des Darms. So verändern Bitterstoffe das Darmmilieu, sodass sich die guten Bakterien wohlfühlen und vermehren können und die schlechten Bakterien absterben.

Mehr zum Thema „Verdauung anregen und Darmflora aufbauen“ findet ihr in diesem Blogartikel.

Welche Bitterstoffe gibt es?

Neben der Enzianwurzel (bitterster Naturstoff mit einem Bitterwert von bis zu 150.000) gehören das Tausendgüldenkraut, die Chinarinde, Artischockenblätter, Fieberkleeblätter und das Benediktenkraut zu den klassischen Heilkräutern für Probleme im Verdauungsapparat.

Bei Blähungen und Koliken im Magen-Darm-Bereich werden Schafgarbenkraut, Pomeranzenschale, Beifuß, Kalmus und Wermut verwendet. Sie können krampflösend und gärungsmindernd wirken.

Bei Entzündungen im Darm kommen auch Küchenkräuter und -gewürze zum Einsatz. Sie können mit ihren ätherischen Ölen Bakterien, Viren und Parasiten bekämpfen. Hierzu zählen zum Beispiel Bohnenkraut, Dill, Estragon, Kerbel, Koriander, Salbei und Rosmarin.

Zu den eher scharf als bitter schmeckenden Vertretern gehören Galgant, Ingwer, Kardamom, Kurkuma und Zitwer.

Überblick Bitterpflanzen Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Überblick Bitterpflanzen

Geschmack ist Gewöhnungssache

Und noch eine positive Nachricht: An den bitteren Geschmack können wir uns leicht gewöhnen. Unsere Geschmacksknospen auf der Zunge erneuern sich alle 10-14 Tage. So können wir auf unseren Geschmackssinn bewusst Einfluss nehmen, indem wir Stück für Stück Bitterstoffe in unseren Alltag integrieren.

Bitterstoffe in den Alltag einbauen

Ich empfehle Dir, Bitterstoffe regelmäßig in Deinen Alltag einzubauen, um langfristig von den gesundheitlichen Vorteilen zu profitieren.

Lass den bitteren Geschmack wieder zur Gewohnheit werden!

Bitterstoffe als Würze in der Küche 

  • Wildkräuter im Salat
    (junger Löwenzahn, frische Brennnesseln, Sauerampfer, Rotklee, Wermut, Oregano)
  • Küchenkräuter zum Abschmecken & Garnieren Deiner Speisen
    (Basilikum, Dill, Kapuzinerkresse, Kerbel, Koriander, Liebstöckel, Majoran, Portulak, Rosmarin, Salbei, Thymian)

Achte auf Bio-Qualität!

Bitterstoffe einfach & praktisch integrieren

Eine gute Möglichkeit, um Bitterstoffe wirkungsvoll in Deinen Alltag zu integrieren, ist Bittertee. Gute Teekräuter für Dein Zubereitungsritual bekommst Du in Apotheke, Reformhaus oder Naturkostladen. Bittertee solltest Du täglich frisch zubereiten und in kleinen Schlücken warm genießen.

Als praktische und äußerst effektive Alternative dazu gibt es Bittertropfen.

Hier noch zwei Optionen, die Dir sicher bekannt vorkommen:

  1. Grüner Tee, der die wertvollen Catechine aus der Familie der Polyphenole enthält, und 
  2. Bitterschokolade mit mindestens 60% Kakaoanteil
Engelwurz Angelikawurzel Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Engelwurz

Verdauungstee | Rezept mit Engelwurz

So kannst Du Deine Verdauung mit Bitterstoffen anregen und Dein Immunsystem unterstützen: Dieser Tee entfaltet seine heilende Wirkung durch die Kraft des Engelwurz oder auch Angelikawurzel genannt. Naturärzte empfehlen Engelwurz bei Magenkoliken, Magenschleimhautentzündung und Verdauungsstörungen wie Blähungen und Völlegefühl.

Anwendung:
3 g Angelikawurzel mit 150 ml siedendem Wasser übergießen und 10 min zugedeckt ziehen lassen. Täglich 3-4 Tassen (vor dem Essen) trinken.

Viel Freude mit den Bitterstoffen, berichte mal wie sie bei Dir wirken und bleib gesund!

Engelwurz Tee Verdauung anregen Bitterstoffe Wirkung Darmgesundheit
Bittertee

Quelle: „Gut, besser, bitter“ von Andreas Hammering 1. Auflage 2016

Omega-3 aus Algenöl
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