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Interview: Stefan Männlein Teil 1

Im Rahmen der veganfach 2017 hatte ich die Möglichkeit Stefan Männlein von veganezeit zu einem Interview einzuladen.
Stefan (35) ist Blogger, Familienvater und angehender Fachberater für ganzheitliche Gesundheit.
Der gebürtig aus Bayern stammende Berliner hat sich auf den Social Media Kanälen bereits einen Namen gemacht. So sprechen ein eigener YouTube-Kanal sowie über 10.000 Abonnenten auf Instagram für sich.
Ich habe Stefan kennengelernt, habe ihn gefragt wie er zur veganen Ernährung gekommen und daraus „veganezeit“ entstanden ist. Warum es sich für ihn „geil“ angefühlt hat und warum er jetzt anderen eine Hilfe zur Selbsthilfe sein möchte, erfahrt ihr im folgenden ersten Teil des Interviews. Viel Spaß!

Linda: Erstmal eine ganz persönliche und direkte Frage zu Anfang, da ich das bei meiner Vorabrecherche nicht herausfinden konnte: Wie alt bist du eigentlich?

Stefan: Ich bin 35, werde im Februar 36.

Linda: Ich habe dich viel jünger geschätzt…

Stefan: Das tun die meisten!

Linda: Dann hast du dich sehr gut gehalten. Das muss wohl an der guten pflanzlichen Ernährung liegen! (beide lachen)

Linda: Wie bist du denn zur veganen Ernährung gekommen?

Stefan: Ich habe schon, bevor ich vegan wurde, mit YouTube angefangen. Ich war da mehr so auf dieser Fitness-Schiene unterwegs. Aber hauptsächlich in Richtung Gesundheit. Da lag schon immer mein Fokus. Ich habe mich, für meinen damaligen Kenntnisstand, gesund ernährt. So mit Geflügel, Eiern, Quark, auch Gemüse usw. Aber ich hatte ein Problem: „Die Zuckersucht.“ Diese wollte ich weg bekommen!
Also habe ich bei Google „Zuckersucht“ eingegeben und bin bei veganen Artikeln und Rezepten gelandet. Und die habe ich mir dann einfach mal durchgelesen!
Ich war vorher auch immer der Meinung, dass vegane Ernährung eine Mangelernährung ist, weil wir ja tierische Produkte brauchen, um uns vollwertig zu ernähren. Dennoch habe ich mir diese Artikel durchgelesen und die klangen für mich stimmig. Also so stimmig, dass ich ihnen auch geglaubt habe, weil es einfach nur absolut logisch war!
Woher bekommt ein Veganer sein Eisen? Seine Proteine? Das kannst du ja nachgucken und kontrollieren z.B. mit Kalorientrackern und genau sehen wo ist was drin. So blieb mir im Endeffekt nichts anderes übrig als diesen Seiten zu glauben und ich dachte mir: „Okay, so schlimm scheint die vegane Ernährung ja gar nicht zu sein!“
Dann habe ich mal ein bisschen nach veganen Rezepten geguckt, habe sie ausprobiert, also immer mal wieder so eine Mahlzeit am Tag vegan gemacht, und ich fand die geil! Also das war echt ein ganz anderes Geschmackserlebnis! Dazu waren die auch relativ einfach herzustellen. Also nicht immer so wie viele denken: „Vegan ist kompliziert!“
Wenn man sich gesund ernähren möchte, muss man sowieso in der Küche stehen. Auch wenn du mit Hähnchen, Quark und Eiern kochst, musst du genauso eine halbe Stunde in der Küche verbringen, als wenn du vegan kochst. Aber das Gefühl nach dem Essen war anders.
Das war besser – viel besser!!

Und da dachte ich mir – weil ich ja auch bereits YouTube gemacht hab – jetzt machst du mal einen Selbstversuch: „Eine Woche komplett vegan.“ Ich habe mir aber wirklich gesagt, maximal eine Woche, weil ich Fleisch so sehr liebe…
„Maximal eine Woche“ Das war tatsächlich meine Affinität ,weil ich das definitiv nicht länger aushalten würde… und nach 3-4 Tagen war wirklich ein anderes Gefühl da. Also ich sage immer gerne, weil es sich geil angefühlt hat. Also man kann es wirklich genauso beschreiben: „Ich hab mich GEIL gefühlt!“ Ich habe im Krafttraining auf einmal eine Steigerung gehabt, die habe ich das ganze Jahr davor nicht so gehabt wie in diesen 3-4 Tagen. Und danach habe ich mir gesagt: Du bleibst jetzt auf unbefristete Zeit vegan. Das war im Oktober 2013.

Linda: Das ist jetzt genau vier Jahre her! Hattest du in dieser Zeit Schwierigkeiten mit dem Verzicht?

Stefan: Mit Verzicht hat das für mich nichts mehr zu tun. Wo verzichtest du, wenn sich etwas so geil anfühlt?! Wenn sich etwas besser anfühlt, dann ist es kein Verzicht!

Linda: Also hatte die Umstellung bei dir rein gesundheitliche Gründe?

Stefan: Ja, genau. Rein egoistische Gründe.

Linda: Kam bei dir später auch der ethische Aspekt hinzu?

Stefan: Ja, auf jeden Fall! Jetzt bin ich sehr froh, dass ich sowas nicht mehr unterstütze!
Wenn man sich mal die ganzen Skandale anschaut, diese ganzen Krankheiten von den Tieren durch die Massentierzucht – auch diesen wirtschaftlichen Aspekt! Wieviel Getreide und Soja angebaut werden muss, damit 1kg Fleisch entsteht usw. Ich bin froh, dass ich das nicht mehr unterstütze!

Linda: Wie ist daraus „veganezeit“ entstanden?

Stefan: Ich wollte mich schon immer gerne selbstständig machen, mein eigener Chef sein. So habe ich mir meine Interessen angeschaut und überlegt wie kann ich daraus einen Beruf machen?! Dabei stand der finanzielle Aspekt für mich nicht im Vordergrund, vielmehr habe ich überlegt wie ich meine Hobbys, meine Leidenschaft zum Beruf machen und damit Geld verdienen kann. YouTube war da bereits ein erster Versuch, meine Schüchternheit wegzubekommen und eigene Hürden zu überspringen.

Linda: Dazu hast du eine Ausbildung bei der Akademie der Naturheilkunde begonnen. Warum?

Stefan: Bevor ich meine Ausbildung angefangen habe, habe ich mich immer nur im Internet erkundigt. 10 Jahre lang. Das hat zusammen mit meinen Selbstversuchen dazu geführt, dass ich am Ende einfach nur verwirrt war und nicht mehr wusste wem ich eigentlich glauben sollte. Viele Internetseiten sind da auch sehr dogmatisch und am Ende weiß man nicht warum sagt der eine das so und der andere das so!? Daraufhin habe ich mich nach passenden Fernstudien erkundigt und habe mir Unterlagen zuschicken lassen. Die Akademie für Naturheilkunde hat mich damals überzeugt, weil sie wirklich auf die Biologie des menschlichen Organismus eingeht. Das Studium ist mit medizinischem Hintergrund auf Wissenschaften aufgebaut – unabhängig davon was die DGE und die Schulmedizin sagt – und befasst sich ausführlich mit Nährstoff- und Lebensmittelkunde. Ich lerne wie die Zivilisationskrankheiten (Diabetes, Alzheimer, Krebs usw.) mit unserer Ernährung zusammenhängen. Gene spielen auch eine Rolle. Ich habe zum Beispiel auch gelernt: Deine Genen bestimmen welche Krankheiten du bekommst – dein Lebensstil, ob du sie bekommst.

Linda: Also hat das Studium Klarheit geschaffen?

Stefan: Ja, jetzt ergibt das Ganze einen Sinn, da ich auch die Hintergründe kenne.

Linda: Dieses Wissen möchtest du auch an andere weitergeben?

Stefan: Ja, ich möchte den Menschen z.B. beim Abnehmen helfen. Aber im Gegensatz zur Diätindustrie, möchte ich ihnen das notwendige Wissen vermitteln und damit erreichen, dass sie eigentlich nur ein Mal zu mir kommen müssen. Aus wirtschaftlicher Sicht, klingt das vielleicht erst einmal dumm, aber ich möchte den Menschen wirklich helfen. Wenn ich ihnen helfen kann aus diesem Teufelskreislauf herauszukommen, habe ich auch ein gutes Gefühl, wenn ich damit mein Geld verdiene.

Linda: So leistest du quasi Hilfe zur Selbsthilfe. Super!

Im zweiten Teil wird es noch ein wenig privater… Ist Stefans Freundin auch vegan?
Außerdem werden vegane Schwangerschaft und vegane Kinderernährung Thema sein.

Bleibt gespannt!

Liebe Grüße, Eure Linda

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